Die Milch fließt!

Mein Beitrag über die Milchpipeline im Pitztal

Die Landwirte im Pitztal kamen schon vor über 50 Jahren auf die Idee, die Almmilch nicht länger auf der Alm zu Käse zu verarbeiten sondern sie mit einer Pipeline den Hang hinunter zur Sammelstelle zu befördern – und sie dort an Einheimische wie auch Touristen zu verkaufen. Mit Erfolg – auch heute noch funktioniert sie einwandfrei. Im Juli war ich dort…

 

http://www.youtube.com/watch?v=7Q7dI9oiQw0

Auf den Spuren Heidis – mein Radio-Feature aus der Ostschweiz

Aus den Interviews, die ich für den Fernsehbeitrag für die Sendung „Euroblick“ gemacht habe, erstellte ich jetzt ein Radio-Feature. Ich hatte die Region um Bad Ragaz in der Ostschweiz besucht und nach den Spuren Heidis gesucht im „Heidiland“. Die Region wird seit 16 Jahren so genannt, weil Johanna Spyri, die Autorin der Heidi-Bücher, hier sich die Geschichte vor fast 150 Jahren erdacht hatte. Zwei Hörfunk-Fassungen sind dazu entstanden, die gekürzte Version steht jetzt online. Viel Spaß beim Reinhören!

Ein Gastbeitrag von Monika Kleck:

Monika Kleck hat über zehn Jahre in Tuzla gelebt und für verschiede soziale Projekte dort gearbeitet, u.a. für die Freudenberg Stiftung (siehe Spendenaufruf). Von der Stadt Tuzla wurde sie zur Ehrenbürgerin erklärt. Hier beschreibt sie, mit welchen Problemen die Menschen in dieser Region zur Zeit kämpfen. Und dabei verlassen sie sich keineswegs mehr nur auf die Behörden…

Kein Mangel an Freiwilligen: Aufräumarbeiten im Kanton Tuzla haben begonnen

Sicher haben auch Sie in den letzten Tagen die Berichte über die Überschwemmungen in Bosnien Herzegowina und anderen Ländern der Region mitverfolgt.In Tuzla, einem Ort im Nordwesten Bosniens gab es einige Überschwemmungen, doch die größten Schäden richten Erdrutsche an. Allein im Stadtgebiet Tuzla gab es bisher über 800 Erdrutsche, im Kanton Tuzla über 2500. Fast 2000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.zerstörter HausOft waren es Vertriebene, die sich dort angesiedelt haben und nun zum zweiten Mal vor dem Nichts stehen. Sie können im Moment für sich keine Zukunft sehen. Sie sind in Turnhallen und alten Kasernen untergebracht, werden versorgt, doch zurück können sie nicht.

Andere Häuser wurden von Wasser und Schlamm überschwemmt. Da sich hier der Regen mit Wasser aus der Kanalisation mischte, müssen die ganzen Häuser gereinigt und desinfiziert werden. Es besteht Seuchengefahr. Viele Einrichtungsgegenstände sind nicht mehr nutzbar. Lebensmittel sind verdorben. Auch diese Häuser brauchen viele Investitionen um wieder bewohnbar zu werden.

Große Schäden wurden in der Landwirtschaft angerichtet, es ist unklar, ob die Felder dieses Jahr noch einmal bestellt werden können. Denn der Schlamm war teilweise giftig, es fehlt das Saatgut, es existiert die Angst vor Minen.

Die Ernten, die die Katastrophe überlebt haben, können zum größten Teil nicht verkauft werden, da die Qualität zweifelhaft ist. Es fehlt also ein Erntezyklus, auf den die Menschen, die nicht viele Reserven haben, angewiesen sind.

Die Infrastruktur ist vielerorts zerstört. Brücken wurden weggerissen, Straßen zugeschüttet, Strommasten umgeworfen, Wasserleitungen unterbrochen, die Kanalisation beschädigt. Aufgrund der unbefahrbaren Wege sind einige Orte kaum zugänglich.

In Tuzla hat die Bürgerstiftung die Vertreter der Stadtteile kontaktiert, mit denen sie arbeiten. Von dort wird zumeist berichtet, dass die erste Hilfswelle angelaufen ist. Es gibt Nahrung und Kleidung, es mangelt teilweise an Wasser und Desinfektionsmitteln. Die Menschen organisieren sich selbst. Die Bürgerstiftung organisiert Freiwillige, um die Betroffenen zu unterstützen (z.B. um Hilfsgüter zu verteilen, Kanäle zu schaufeln, Schlamm zu beseitigen…).

Hilfstrupp

Sie organisiert Transporte von Freiwilligen und Hilfsgütern, sie unterstützt die örtlichen Strukturen in ihrer Selbsthilfe (z.B. die lokalen Ortsverwaltungen mit Geld für Benzin, oder mit Freiwilligen). Die MitarbeiterInnen der Bürgerstiftung waren auch in Orten außerhalb Tuzlas. Dort funktioniert die offizielle Hilfe noch nicht so gut, dafür die Selbstorganisation der Menschen. Und die Bürgerstiftung wird angefragt, Hilfsgüter entgegen zu nehmen, da die Menschen ihr trauen, aber nicht den offiziellen Strukturen.

Momentan scheint eine Grundversorgung gegeben, doch bleiben viele Fragen für die Zukunft offen, die nicht gelöst sind und für die nicht so schnell Hilfe gefunden wird. So ist die Unterkunft von Menschen nicht geklärt, die ihre Häuser verloren haben, genauso wenig wie die Reparaturen an beschädigten Häusern stattfinden soll, wie eine Grundausstattung in den Häusern (Öfen, Betten, Tische) wieder geschaffen werden soll. Landwirtschaftliche Hilfen wie Saatgut und Vieh, die Beseitigung der Schäden durch Kanalisationswasser und giftige Ablagerungen, nicht zu vergessen die Beseitigung der Minen – all das ist noch nicht geklärt. Es wird Bedarf geben an psychologischer Betreuung und am Aufbau der Infrastruktur. Zwar wird an den großen Problemen zügig gearbeitet, doch kleinere Ortschaften werden länger ohne Brücken oder gute Wege bleiben.

Hang

Die Strategie der Bürgerstiftung ist, die angelaufenen Hilfsmaßnahmen so gut wie möglich zu unterstützen und Lücken an der Basis zu füllen. Gleichzeitig beginnt man mit den AktivistInnen der Stadtteile zu diskutieren, wie man die Probleme mittelfristig anpacken und die Schäden der Katastrophe in Entwicklungspotentiale umwandeln kann. Die Mittel der Bürgerstiftung sind begrenzt und werden daher sehr sorgfältig eingesetzt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Bürgerstiftung über zwei wichtige Ressourcen verfügt: über Vertrauen der BürgerInnen und der Institutionen und über Freiwillige, die mit anpacken. Beides kann mit etwas finanzieller Unterstützung kleine Wunder bewirken. Und daher sind wir für jede Hilfe dankbar!